3 Ideen, eine Story anzufangen

Der Anfang Deiner Story, der erste Clip, ist "kriegsentscheidend". Genau hier treffen die meisten Zuschauer, die Entscheidung, ob sie dran bleiben oder nicht. Ich zeige Dir in diesem Blogartikel drei Ideen, wie Du den ersten Teil Deiner Story gestalten kannst. Mit diesen drei Ansätzen erhöhst Du die Chance, dass Deine Zuschauer weiter gucken.

Der erste Clip Deiner Story zählt. Hier kannst Du neugierig machen oder es Dir versauen. Über den Anfang Deiner Story solltest Du Dir etwas länger Gedanken machen und Dir doppelt so viel Mühe geben, sonst riskierst Du, dass Deine Zuschauer Highlights oder Höhepunkte, die später in Deiner Story kommen gar nicht mehr sehen, weil sie schon längst abgebrochen haben.

Aus meinen Kursen weiß ich, dass es hier oft Probleme gibt. Vielen neigen dazu, das Beste in ihrer Story irgendwo weiter hinten zu zeigen. Sie bedenken nicht, wie gnadenlos Zuschauer sein können. Ein fataler Fehler.
Dabei müssen wir nur an uns selbst denken. Mach Dir bitte bewusst, wie Du selbst Stories guckst. Wenn Dich etwas langweilt oder Du nicht weißt, was das Ganze soll, dann brichst Du doch auch ab, oder? Weil wir alle so wenig Zeit haben, denken wir nicht: “Ach, vielleicht kommt da ja noch etwas Tolles, da bleibe ich jetzt mal aufmerksam dabei!” Nein, so sind wir Zuschauer nicht!!! Deshalb musst Du von Anfang an klar machen, was bei Dir zu "holen" sein wird.

Story-Anfangsidee 1: Ein guter Titel

Mein Tipp Nummer 1 ist  einfach aber wirkungsvoll: Erkläre Deinen Zuschauern, was auf sie zukommen wird. Das machst Du ganz einfach, in dem Du Deiner Story einen Titel gibst - im ersten Clip. Ein Film hat ja auch einen Titel. Eine Story ist quasi ein Minifilm.

Eine klare Ansage dankt man Dir

Menschen können sich besser auf etwas einlassen, wenn sie wissen auf was! Gerade in der “Social-Media-Situation”, in der wir alle wenig Geduld und keine große Aufmerksamkeits-Spanne haben. Zuschauer sind dankbar für Orientierung. Wenn man nicht versteht, was das soll, klickt man weg. Eine klare Ansage ist die halbe Miete.

Jetzt liegt es an Dir, ob Du noch einen drauf legst und aus halb ganz machst: Überleg Dir einen aussagekräftigen Titel, der zusätzlich auch noch Lust macht, einen der spannend ist. Sei an dieser Stelle kreativ und gib Dir Mühe (wie gesagt “kriegsentscheidend”). 
Ein paar Beispiele: “Die schnellste Morgenroutine”, "Wie Brezen mein Leben verändern", ", "Absolute NoGos", "Diese Story ist nichts für Männer" …  Dir fällt sicher noch etwas Genialeres ein.
Wenn Du Deinen Titel hast, gibt es zwei Wege ihn zu erstellen. Die erste Variante ist easy.

Variante easy: Nutze das Instagram-Text-Werkzeug

Nutze die Texteffekte in Instagram, um einen Titel zu basteln, der Lust auf Deine Story macht. Wenn Du jetzt einen spannenden Titel hast, dann schreibe den auf ein schönes Hintergrund-Video. Es soll gut aussehen, denn dann will man mehr sehen. Nimm z. B. eine Farbfläche, wenn Du keinen passenden Hintergrund hast. Wie das geht, erfährst Du in meinem Tutorial für Farbflächen.

Variante Luxus: Titel mit einer App

Der zweite Weg zum Titel ist die Luxus-Variante - mit einer App. “Adobe Spark Post” ist kostenlos und (Trommelwirbel).... sie kann das Instagram Story-Format! Leider noch längst nicht bei allen Apps für Social Media oder Video der Fall. Spark Post bietet dir schöne Vorlagen an, extrem viel kostenloses Bildmaterial und die Möglichkeit Deine Fotos einzuarbeiten. Diese App finde ich richtig gut, weil sie dir gefühlt Tausend Möglichkeiten bietet (wahrscheinlich nicht nur gefühlt). Außerdem hast Du kein Wasserzeichen, mit dem Du dich abfinden musst.  
Überaus wertvoll finde ich auch, dass Du nicht nur Bilder sondern auch Videos erstellen kannst. Du kannst mit der App aus einem Bild sogar ein Video machen. Die App legt einen Zoom oder Schwenk auf ein Bild von Dir  und schon hast Du ein Video. Ideal, denn – ich wiederhole es gerne– lade immer immer immer ein Video in die Stories hoch, wenn Du maximale Reichweite in der Location- und Hashtagsuche haben willst!!!

Lerne Apps in meinen Story-Kursen

In meinen Story-Kursen erkläre ich einige Apps, unter anderen auch diese: Weil sie so viele Möglichkeiten bietet, ist eine kleine Einweisung extrem sinnvoll. Außerdem spreche ich im Kurs auch darüber, wann man diesen Stil und diese App benutzen sollte und wann nicht! Denn: Du solltest nie Deine Markenstrategie aus den Augen verlieren!
Bislang gibt es Adobe Spark Post nur für iOS. Adobe hat aber versprochen, bald für Android nachzuliefern. Grundsätzlich sind Adobe Produkte oft bemerkenswert. Ich selber schneide alle meine journalistischen Beiträge, Social Clips und Stories mit dem professionellen Schnittprogramm Adobe Premiere Pro. 

Hier ein paar Beispiele, das kann man in Spark Post in weniger als 5 Minuten basteln.

Es sind alles Screenshots von Videos! Denn wir wollen immer Videos 😉 Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich das letzte mal kein Video in meine Story hochgeladen habe. Du hoffentlich auch nicht. 

Idee 2 für einen Story-Anfang: Irritiere!

Idee Nummer zwei setzt ganz aufs Bild beziehungsweise Video. Kreiere einen Clip, der nur etwas andeutet. Mach, dass es komisch aussieht, so dass man neugierig wird. Bastle ein ungewöhnliches Bild, bei dem man wissen will, was es damit auf sich hat.

Wege zu einem ungewöhnlichen Bild:

  • eine extreme Nahaufnahme
  • erstmal nur ein Detail zeigen von etwas größerem zeigen
  • ein Objekt in einen ungewöhnlichen oder fremden Kontext stellen

Klingt Dir das jetzt zu abstrakt? Ist es gar nicht. Probiere es mal aus und filme, banales Beispiel, eine Erdbeere oder einen Stoff ganz nah. Das kann irre gut aussehen. Oder meine weiße Leinwand auf einer Bank, mitten in der Natur…

Hier drei Beispiele:

Ein weiße Leinwand auf einer Bank, Popcorn und angeschmolzenes Eis ganz nah. Dein Zuschauer soll erstmal am Bild hängenbleiben und sich fragen: “Häh? Was soll das?” Und in diesem Fall ist eine kurze Irritation gut, denn wir Menschen sind neugierig. Unser Gehirn will Irritationen auflösen. Die Irritation kannst Du natürlich mit Text oder Frage noch unterstreichen, so dass allen klar ist, dass Du etwas vorhast.

Idee Nummer zwei ist keine „Geht-immer“-Idee wie der Story-Titel. Aber je nachdem, was in deiner Story auftaucht, kann es ein echter Hingucker sein. Frag Dich immer: Wie kann ich das was ich zeigen will in Szene setzen? Es muss nicht immer die normale Halbtotale sein. Trau Dich mit dem Bild zu spielen. Ich sehe das noch viel zu selten. Übrigens spielen auch in TV-Beiträgen Nah- und Detailaufnahmen eine wichtige Rolle, denn weil unser Auge im Alltag so ja nie sieht, sind sie per se ein Hingucker.

Zwei Tools, die Dir bei dieser Idee helfen:

Radiergummi:

Mit dem Radiergummi in Instagram kannst Du den Verfremdungseffekt noch mehr herausarbeiten, in dem Du Teile des Bildes übermalst und nur einen Ausschnitt Deiner Aufnahme zeigst. Ein Tutorial zum Radiergummi, den ich wirklich wärmstens empfehlen kann, weil er so oft helfen kann, findest Du hier.

Shoulderpod oder ein Stativ:

Eine Nahaufnahme sollte sehr ruhig sein, denn einen Wackler fällt hier besonder auf, wirkt für das Auge sehr unangenehm und lässt das Ganze unprofessionell wirken. Ich selbst habe den Shoulerpod S1 immer dabei. Und in solchen Momenten ist er wirklich goldwert. Er ist fester Bestandteil  von meinem kleinen Story-Werkzeugkasten, bestehend aus drei Tools, den ich immer dabei habe. Mehr dazu gibt es hier.

 

Story-Anfangsidee 3: Der Erwartungs-Oton

Der letzte Tipp meiner kleinen Reihe, wie man seine Story anfängt und dabei seine Zuschauer möglichst neugierig macht, ist einer, den wir TV-Journalisten gerne nutzen, wenn wir Beiträge machen. Eine Geschichte wird spannender, wenn wir mit jemandem mitfiebern können. Deshalb frage ich Personen, die ich mit der Kamera für ein Stück begleite, was sie erwarten oder sich erhoffen. Wenn jemand seine Ängste, seine Absicht oder seine Ziele mit mir und den Zuschauern teilt, können wir uns besser in die Person einfühlen und uns mit ihr identifizieren: Plötzlich fängt es an uns zu interessieren, wie es für ihn oder sie weitergeht. Wir fragen uns: "Hat er es geschafft?", "Lief alles gut?" oder "Wie ging es aus?" Ein Erwartungs-Oton baut Spannung auf. 

Das funktioniert auch im Kleinen, im Alltag und bei Dir selbst –in Deiner Story. So kannst Du Deine Zuschauer viel besser mitnehmen. Sag uns, was Du erwartest.

Große (und kleine) Erwartungen

„Ich stelle heute in der Arbeit einen neue Idee vor. Ich bin so gespannt, ob die Kollegen die gut finden werden.“ „Ich habe mir heute eine neue Backmischung gekauft. Ich bin wirklich skeptisch, ob die funktioniert.“ „Ich fahre mit dem Zug nach Mannheim. Ich muss dreimal umsteigen, das kann nicht gut gehen.“

Ich habe jetzt bewusst solche Otöne aufgeschrieben, die wir alle auch ständig geben könnten. Wir alle haben jeden Tag Hoffnungen, Erwartung und Herausforderungen. Auch wenn sie eher klein sind: Sobald Du sie teilst, nimmst Du Deine Zuschauer viel mehr mit.  In der Storytelling-Theorie gibt es den Begriff “Heldenreise”, den ich sehr gerne mag. Vielleicht hilft Dir diese Vorstellung: Du bist der Held Deiner Story und mit einem Erwartungsoton setzt Du den Startpunkt für Deine Reise. Ich mag dieses Bild sehr gern und es  hilft mir meine Erwartungen zu formulieren. Sei dabei auch bitte ehrlich: Einen gestellten Erwartungsoton erkennt man sofort. Das weiß ich aus der TV-Erfahrun, das spürt man sofort und dann ist der "Mitfieber-Effekt" sofort weg. Stell Dir vor, was Du mit Deinem Partner oder Familie teilen würdest. Wenn es Dir zu persönlich ist, dann lass es lieber weg als etwas zu faken. 

Zum Storytelling und zum Ideen finden für Stories biete ich auch einen Kurs an. Es gibt ein Handwerkzeug, mit dem alles deutlich leichter wird. Du lernst, wie Du Ideen nonstop findest und wie Du sie zu einer Geschichte machst. Denn das wichtigste an einer Story ist nunmal eine Geschichte 😉

Schreib mir gerne, welche der drei Ideen, Dir am meisten geholfen hat. Was konntest Du schon anwenden und wo hast Du noch Fragen?

Posted in Story-Technik.

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